Herpes Virus1 Infektion des Pferdes – Neurologische Verlaufsform

Ein Versuch die multimediale Hysterie auf eine rationale Ebene zurückzuholen

Vorweg, wir haben es hier nicht mit der Seuchenlage einer mittelalterlichen Pest oder einer modernen Ebola Epidemie zu tun, sondern um den lokalen Ausbruch einer tragischer weise für die betroffenen Pferde oft tödlichen Erkrankung. Eine Panikmache ist durch die modernen Medien üblich aber nicht gerechtfertigt, was nicht bedeutet, dass  das Problem bagatellisiert oder verharmlost werden darf. Ausbrüche wie der jetzige sind nicht neu, sondern haben historisch immer wieder stattgefunden und beschränken sich in der Regel auf den betroffenen Bestand, verursachen also keine Seuchenzüge.
Die Besonderheit der Equinen Herpes 1 Virusingfektion (EHV1) beginnt damit, dass es sich Herpes typisch um eine Infektion handelt, die bereits in praktisch jedem Bestand vorhanden ist, also nicht eingeschleppt werden muss, sondern je nach Region bereits in einer sehr hohen Zahl von Pferden (ca. 80%) versteckt schlummert und  - wenn sie so wollen - auf die Gelegenheit eines Ausbruchs wartet. Die meisten Pferde infizieren sich bis zum Jährlingsalter und machen eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Atemwegserkrankung durch. Akut erkrankte Pferd können eine EHV1 Infektion wie jede andere ansteckende Krankheit jedoch in einen Bestand einschleppen.
EHV1 lässt sich nicht eliminieren, weshalb die einzige Möglichkeit die Wahrscheinlichkeit eines Krankheitsausbruchs zu verhindern in der flächenhaften Impfung einer möglichst großen Zahl von Pferden liegt. Diese Impfung kann eine individuelle Erkrankung nicht verhindern, lediglich die Wahrscheinlichkeit und den Schweregrad reduzieren, und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Pferde im Bestand erkranken.
Das aktuelle Problem liegt eventuell in der nun schon länger anhaltenden Nicht-Verfügbarkeit eines geeigneten Impfstoffes, sodass die Immunitätslage der Pferdepopulation zunehmend abnimmt und damit die Wahrscheinlichkeit von Krankheitsausbrüchen zunimmt.  Insofern ist zu befürchten, dass an unterschiedlichen Orten Infektionsausbrüche stattfinden werden, die auch durch Quarantäne- oder sonstige Maßnahmen nicht zu verhindern sind. Dies bedeutet aber nicht, dass ein betroffener Bestand nicht geschlossen werden muss und alles unternommen werden muss, dass das Virus nicht in andere Bestände verschleppt wird. Der Pferdeverkehr aus oder in den Bestand hat zu unterbleiben, bis sichergestellt ist, dass keines der Pferde mehr Virus ausscheidet. Der Pferdeverkehr zwischen nicht betroffenen Beständen sollte kein wesentlich erhöhtes Risiko darstellen – vollständig eliminieren kann man kein Risiko und Schuldzuweisungen sind gerade in Zeiten von Whatsapp und Facebook schnell in die Welt gesetzt.
Die eigentliche EHV1 Infektion betrifft vorwiegend die Atemwege (von nicht bemerkt bis hoch fieberhaft), verursacht Spätaborte, lebensschwache Fohlen, jedoch nur sehr selten die neurologische Verlaufsform mit Lähmungen und dem großen Risiko des Todes. Die Übertragung des Virus erfolgt über die Atemwege, entweder durch Einatmung ausgehusteter Viren über die Luft oder direkten Schleimhautkontakt.
Krankheitssymptome der neurologischen Form sind plötzliche Ataxie (Bewegungsstörung), Lähmungserscheinungen beginnend in der Hinterhand sowie eine zunehmende Blasenlähmung.
Das Risiko eines Seuchenausbruchs steigt mit dem Infektionsdruck bzw. der Anzahl der von einem erkrankten Pferd ausgeschiedenen Viren. Besonders hoch ist die Anzahl der Viren nach einem durch EHV1 verursachten Abort, weshalb bei einem Abort unbekannter Ursache immer sehr hohe Hygiene Maßnahmen zu empfehlen sind.
Das „standard“ EHV1 Virus verursacht in der Regel keine neurologische Verlaufsform. Nach aktuellem Kenntnisstand bedarf es einer spezifischen Mutation des Virus, um die aggressive neurologische Erkrankungsform zu verursachen. Diese Mutation erfolgt selten, das Risiko steigt mit der Anzahl der produzierten bzw. ausgeschiedenen Viren. Weitere Risikofaktoren sind die grundsätzlichen Haltungsbedingungen, die generelle Gesundheitslage einzelner Pferde und des gesamten Bestandes und vermutlich Stresssituationen und andere Faktoren, die das Immunsystem schwächen. Ist das Virus in einem Bestand einmal zur aggressiven neurologischen Variante mutiert, ist das Risiko der Erkrankung mehrere Pferde und mehre Todesfälle in diesem Bestand sehr groß und leider auch wahrscheinlich.
Der genaue Krankheitsmechanismus der neurologischen Verlaufsform ist nach wie vor nicht vollständig geklärt. Gezielte Medikamente fehlen.
Im akuten Stadium der Virusausscheidung ist eine Labordiagnose aus dem Blut und aus dem Nasensekret durch Erregernachweis gut möglich, wobei sich die Ergebnisse aus Blut und Nasensekret überlappen, weshalb immer beides untersucht werden muss.
Die Behandlung der neurologischen Form ist frustrierend, da fast ausschließlich nach den Symptomen aber nicht nach der Ursache behandelt werden kann und der Verlauf oft nicht aufzuhalten ist, was in der Notwendigkeit der Euthanasie enden kann. Die Effektivität der Behandlung mit antiviralen Medikamenten (Acyclovir) ist umstritten und relativ teuer.
Der EHV1 Impfschutz scheint gegen das mutierte EHV1 Virus weitgehend ineffektiv zu sein, sodass eine Impfung gegen diese Verlaufsform nicht funktioniert. Dies bedeutet aber nicht, dass eine Impfung gegen EHV1 sinnlos ist – im Gegenteil, es muss nach Möglichkeit versucht werden die Anzahl der EHV1 Viren so gering wie möglich zu halten.
Quarantänemaßnahmen müssen mindestens 3 Wochen nach der letzten Virusausscheidung durchgeführt werden. Der Bestand sollte mindestens 3 Wochen symptomlos sein.
Sofern in dem jeweiligen vom Krankheitsausbruch betroffenen Bestand die notwendigen Quarantäne- und Hygienemaßnahmen getroffen werden ist die Wahrscheinlichkeit des „Exports“ der Erkrankung in andere Bestände gering – eine hysterische Furcht also nicht gerechtfertigt, was aber wie oben beschrieben nicht heißt, dass das generelle Risiko des Auftretens dieser schrecklichen Erkrankungsform nicht zunimmt und es weitere Ausbrüche geben wird.

Fortbildung

Für unsere Patientenbesitzer und Reiter:
Die im Herbst 2016 zum 15 jährigen Jubiläum der Pferdeklinik Großostheim geplante Veranstaltung mit Vorträgen zu Pferdemedizinischen Themen wird auf Grund des Todes von Jos Richter nicht zu diesem Zeitpunkt stat finden.

Für Tierärzte
Im Rahmen des Leipziger Tierärztekongresses im Januar 2016 wird Dr. Bingold als Instruktor eines Lahmheitsdignostikkurses für Tierärzte tätig sein. Anmeldung über die Chirurgische Pferdeklinik der Universität Leipzig.

Update Hufrehe/EMS/ECS

Die Abschnitte, die sich mit Hufrehe, Metabolischem Syndrom und Cushing befassen wurden auf den aktuellen Stand gebracht.

Udate Hufrolle

Der Artikel über Hufrolle wurde überarbeitet. Aktualisiert wurde vor allem der Bereich, der sich mit den Anästhesien befasst.

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Entwurmung: Die Zeit bleibt nicht stehen - man wird umdenken müssen

In den nächsten Jahren werden wir was den Umgang mit Medikamenten zur Entwurmung von Pferden betrifft umdenken müssen, denn es entstehen zunehmend Resistenzen gegen die vorhandenen Präparate. Das Problem dabei ist der Mangel an neuen Präparaten, die in Zukunft eingesetzt werden könnten - es sind nämlich keine in Aussicht. 

Im Abschnitt "Wurminfektionen" wird die derzeitige Situation beschrieben und wie man korrekt gegen Wurmbefall vorgeht bzw. präventiv tätig werden sollte.

Die Empfehlungen für den Entwurmungszyklus wurden entsprechend angepasst.

Neustrukturierung des Inahltsverzeichnises von Equivetinfo

Wenn Sie Probleme hatten sich in EquiVetInfo zurecht zu finden, dann sollte dies mit dem neuen Inhaltsverzeichnis Vergangenheit sein.

Link zum Inhaltsverzeichnis

Neuer Artikel über Wachstumsstörungen bzw. Osteochondrose und Chips wurde auf EquiVetInfo ins Netz gestellt.

Da ein immer wiederkehrendes Thema und viele Fragen bzw. Informationsbedarf der betroffenen Pferdebesitzer, nun neben den Fehlstellungen auch eine Erläuterung der Problematik von Osteochondrose bzw. OCD und der Entstehung sowie den therapeutischen Möglichkeiten bei Gelenkschips.
 
Link zu den Seiten über Knochenwachstumsstörungen

Außerdem gibt es nun zwei Videos zur Arthroskopie.

Blick durch´s Arthroskop in ein Sprungelenk mit Chip

Renovierung der Internetseite der Pferdeklinik

Die Homepage der Pferdeklinik Großostheim wurde endlich auf einen aktuellen Stand gebracht und gründlich modernisiert.

Link zur Hompage der Pferdeklinik Großostheim

Update Hufrehe - ECS- EMS

Da da sich beim Thema Hufrehe seit der letzten Aktualisierung unserer Seiten wieder einiges gerändert hat, gibt es ein Update. Im Großen und Ganzen beschränken sich die Neuigkeiten leider nur auf die Diagnostik, hinsichtlich Therapie gibt es leider nichts wirklich bahnbrechend Neues.

Der Link zum Update auf den Seiten von EquiVetInfo

Und noch ein Fall chronischr Hufrehe:
Kann man da noch etwas retten? (Nicht behandelte Hufrehe seit mehreren Jahren)

Beeindruckende Verwahrlosung
Vorderhufe
Hinterhufe
Vorderhuf 
Hinterhuf

Man kan es zumindest versuchen, sofern der Schmerzzustand es als vertretbar erscheinen lässt, was hier der Fall ist.
Nach dem Ausschneiden bereits wesentliche Besserung der Stellung
Vorderhufe mit Rinne unter Kronsaum
Vorderhufe nach partieller Entfernung der Knolle
Hinterhufe fußen nicht mehr auf dem Ballen

Vorderhuf nach Ausschneiden und Anbringen der Rinne, vor Entfernung der Knolle

 Hinterhuf nach dem Ausschneiden. Noch nicht perfekt aber dramatische Besserung der Stellung
Da der Sehnenapparat die Hinterhufe nicht ausreichend halten kann, werden Klebeschuhe mit Trachtenverlängerung angebracht
Hinterhufe mit Trachtenverlängerung  und Rinne unter dem Kronsaum

Dies ist der Anfang auf einem langen Weg mit ungewissem Ausgang. Bewusst wurden noch nicht alle Maßnahmen umgesetzt, um die Hufe zu "restaurieren" und es macht auch nicht in jedem Fall Sinn dies zu versuchen.

Hufrollensyndrom

Der vollständige Inhalt der CD zum Thema Hufrollensyndrom bzw "Hufrolle" ist jetzt vollständig im Internet verfügbar. Zu finden unter www.hufrollensyndrom.de.

In 14 Kapiteln mit ca. 350 Röntgen- und Ultraschallbildern, Bildern anderer Untersuchungsverfahren und Grafiken wird das Thema “Hufrolle” oder besser das “Hufrollensyndrom” aufgearbeitet.

Die CD bzw. die Webseite www.hufrollensyndrom.de soll auch für den Laien möglichst allgemein verständlich eine Gesamtsicht über den erweiterten Themenkomplex “Hufrolle” vermitteln. Bestimmte Abschnitte - besonders der über die Anästhesien - gehen sehr weit ins Detail und sind nur für diejenigen bestimmt, die es ganz genau wissen wollen.


Die Kapitel beinhalten:

  1. Klinischen Erscheinungen
  2. Anatomie
  3. Ursachen
  4. Funktionsmechanismen
  5. Diagnostik
  6. Anästhesien
  7. Röntgenanatomie
  8. Röntgenbefunde
  9. Ultraschall
  10. Kernspintomografie (MRT)
  11. Szintigrafie
  12. Sonstiger Diagnostik
  13. Weiteren Erkrankungen im Bereich des Hufes
  14. Therapie des Hufrollensyndroms

Die CD ist bis auf weiteres auch noch auf Bestellung erhältlich.

Vortragsabend für unsere Kunden und alle an moderner Pferdemedizin interessierte Pferdeleute

Nachdem wir letztes Jahr eine Pause eingelegt haben, gibt es 2010 wieder einen Vortragsabend für unsere Kunden und alle an moderner Pferdemedizin interessierte Pferdeleute.

Termin: 17.3.2010 um 18:00

Referenten und Themen:

Dr. Christian Bingold, Pferdeklinik Großostheim
Was mach ich bis der Tierarzt kommt: Notfälle beim Pferd erkennen, verstehen und richtig handeln

Birte Greuel, Pferdepraxis Müggenhausen
Ab in die Röhre:Was ist Kernspintomografie und was können wir damit bei Lahmheiten Neues
diagnostizieren

Dr. Susanne Weyrauch, Firma St. Hippolyt
Die 10 Gebote der Pferdefütterung – aktuelles Wissen über art- und bedarfsgerechte
Pferdeernährung

Dr. Frederik Mager, Firma Intervet
Immunprophylaxe – Ein Update über wichtige Impfungen beim Pferd

Der Eintritt ist frei. Veranstaltungsort ist wie immer die Bachgau-Halle, Bachgaustr. 3,
im Ortskern von Großostheim.

Anmeldung wird erbeten!

Wachstumsstörungen beim Fohlen

Nach längerer Pause mal wieder ein neuer Artikel. Diesmal zu Wachstumsstörungen beim Fohlen.

Zu den Wachstumsstörungen zählen:

  • Fehlstellungen
  1. Achsfehlstellungen
  2. Rotationsfehlstellung
  3. Sehnenfehlstellungen
  • Osteochondrose
  1. Gelenkflächenveränderungen
  2. OCD bzw. Chips
  3. Zysten
  • Physitis/ Epiphysitis
  1. Entzündung der Wachstumsfuge


Die Häufigkeit von Wachstumsstörungen wird allgemein unterschätzt. Je nach Definition und Aufbereitung des Datenmaterials wird in der Literatur bei normal aufgezogenen Fohlen eine Häufigkeit von 10% bis 50% festgestellt. Die Wachstumserkrankung Osteochondrose kommt bei bis zu 25% der Fohlen vor. Nicht immer kommt es zu bleibenden Schäden beim erwachsenen Pferd. Manche Störungen bedürfen aber eines sehr raschen Eingreifens um Schäden zu verhindern.

Der Artikel Erläutert die Ursachen, Folgen und die therapeutischen Möglichkeiten der verschiedenen Erkrankungen.

Berechnung der Impfintervalle

Leider gibt es auf dem Turnieren immer wieder Ärger mit Impfintervallen die nicht korrekt eingehalten wurden. Für die meisten ist es nicht möglich, auf einen Blick zu erkennen, ob die Intervalle korrekt eingehalten sind. Ein kleines Programm soll dabei helfen und das Rechnen erleichtern.

http://www.equivetinfo.de/html/impfintervallrechner.html


Jährliche Fortbildungsveranstaltung für Pferdeleute

Da wir immer wieder gefragt werden, ob es 2009 nicht wie in den Jahren zuvor wieder eine Vortragsveranstaltung für Pferdebesitzer und Reiter geben wird - hier der Ausblick.

2009 waren wir mehr als genug beschäftigt im Februar unser eintägiges Seminar über Sehnenerkrankungen für Tierärzte zu organisieren, vorzubereiten und auch erfolgreich durchzuführen. Das Seminar war ein großer Erfolg und mit mehr als 140 Anmeldungen bei maximal 40 möglichen Teilnehmern stark überbucht, weshalb es im Herbst eine Wiederholung geben wird. Interessenten, die nicht zum Zuge kamen, werden rechtzeitig von uns informiert werden.

Zum gleichen Thema (Sehnenerkrankung und Therapie beim Pferd) werden wir im Frühjahr 2010 dann wieder eine Veranstaltung für Pferdebesitzer und Reiter durchführen. Dabei gehen wir dann auch auf die neuen Therapiemethoden wie den Einsatz von Stammzellen, autologen Päparaten usw ein. Früh genug gibt es dann wieder wie gehabt zur Information ein Rundschreiben.

Bis dahin also noch etwas Geduld - nebenbei müssen wir ja auch noch ein wenig arbeiten und zwischenzeitlich gibt es noch den einen oder anderen Vortrag von mir auf diversen Veranstaltungen.

Weitere Infos unter :
www.fortbildung.equivetinfo.de

Fortbildungsveranstaltung für Tierärzte



Am 26 Februar 2009 führ die Pferdeklinik Großostheim mit Unterstützung der Firma Virbac Tierarzneimittel GmbH eine Fortbildungsveranstaltung fürTierärzte durch.

Thema der Veranstaltung:
Mysterium Sehnenheilung – 1001 Weg zum Ziel


Weitere Infos unter :
www.fortbildung.equivetinfo.de


Eine Veranstaltung für Pferdebesitzer und Reiter, wie wir sie in den letzten Jahren durchgeführt haben, wird es aus diesem Grund im Jahr 2009 leider nicht geben.

Kautabletten zur Entwurmung

Noch einmal etwas zum Thema Entwurmung. Das die Entwurmung über die Wurmpasten bei vielen Pferden nicht gerade auf Begeisterung stößt und nicht selten mehr Paste an den Klamotten des "Entwurmers" oder im Stroh landet als im Maul des Pferdes, hat sich eine der Herstellerfirmen daran gemacht, etwas für die Pferde wohlschmeckendes auf den Markt zu bringen. Es gibt Kautabletten zur Entwurmung.


Die laut Hersteller schmackhaften Tabletten wirken gegen Rundwürmer, Bandwürmer und Magendasseln - verfügen also über ein breites Wirkspektrum.


Die Dosierung ist einfach: eine Tablette je 100 kg Körpergewicht. Viele Pferde sollen die Tabletten direkt aus der Hand aufnehmen. In diesem Fall empfiehlt es sich, gegebenenfalls zusätzlich einige Leckerli anzubieten und im Wechsel mit den Tabletten zu verabreichen. Das Arzneimittel kann aber ebenso über das angefeuchtete Krippenfutter gekrümelt werden. Ein Röhrchen enthält acht Kautabletten und ist somit ausreichend für 800 kg Pferdegewicht.


Die Haltbarkeit der Tabletten nach Anbruch beträgt 12 Monate. Das bedeutet: Übrig gebliebene Tabletten können bei der nächsten Entwurmung verwendet werden. Außerdem ist es möglich, einen ganzen Pferdebestand wirtschaftlich zu entwurmen, da die benötigte gesamte Entwurmermenge exakt nach Pferdegewicht verteilt werden kann.

Erhältlich ab Ende September 2008 - natürlich beim Tierarzt Ihres Vertrauens.

Neue Ursache für Hustenerkrankung aufgedeckt

Entsprechend Forschungsergebnissen in den USA scheint es einen neuen Verursacher für Lungenerkrankungen beim Pferd zu geben. Es handelt sich um ein bisher unterschätztes Herpes Virus. Nach derzeitiger Nomenklatur wird es als Equines Herpes Virus-5 (EHV-5) bezeichnet und ist eigentlich schon länger bekannt. Es wurde bisher in seiner potentiellen Bösartigkeit unterschätzt und in Zusammenhang mit Hornhauterkrankungen des Auges gebracht. Die Krankheitsverläufe können entsprechend den Ergebnissen von Forschern der Michigan State University schlimmer sein als bei RAO bzw. dem Krankheitsbild der Dämpfigkeit. Grundsätzlich sind die klinischen Krankheitssymptome vergleichbar, die Krankheit schreitet aber mit der Zeit voran, die Möglichkeiten zur Therapie sind problematischer und die Prognose entsprechend dem derzeitigen Stand der Dinge schlecht. Die Krankheit die durch EHV-5 ausgelöst wird, bezeichnet man im Englischen als "equine multinodular pulmonary fibrosis". Das Krankheitsbild war bisher zwar bekannt, die Verbindung zu EHV-5 ist jedoch neu. EHV-5 ist vor allem bei jungen Pferden auch in Deutschland und der Schweiz nachgewiesen worden, in der Regel aber im Zusammenhang mit harmlosen Infektionen der oberen Atemwege. EHV-5 und EHV-2 Erreger werden bei vielen Pferden ohne jegliche Krankheitssymptome in der Tränenflüssigkeit des Auges nachgewiesen. Im Blut findet man bei bis zu 93% der Pferde Antikörper gegen diese Herpesviren. Trotz allem ist Aufregung nicht angebracht, da die Fallzahl schwerer Erkrankungen nicht besonders groß sein dürfte.

Mehr zu Husten- und Atemwegserkrankungen des Pferdes in EquiVetInfo im Abschnitt über Hustenerkrankungen.

Frühjahr = Hufrehesaison?

In der Regel häufen sich die Fälle von Hufrehe im Frühjahr. Aus diesem Anlass eine Zusammenfassung der aktuellen Konzepte zur Entstehung von Hufrehe. Der Beginn der Weidesaison ist zwar für nicht wenige Pferde kritisch aber es gibt auch andere Ursachen für Hufrehe. Im Folgenden eine knappe Zusammenfassung. Eine ausführliche Beschreibung der Zusammenhänge bei der Hufrehe finden Sie in EquiVetInfo im entsprechenden Bereich Hufrehe.

Hinsichtlich der Theorien über die Ursachen der Hufrehe hat sich in den letzten Jahren einiges gewandelt.

Die Ursachen für Hufrehe kann man in drei Gruppen gliedern:

  • Akute „Vergiftungen“ durch
    • Kohlenhydrate
    • Sepsis (Blutvergiftung)
      • Infektionen (z. B. Nachgeburtsverhaltung)
      • Darmentzündung, Kolik
    • Diverse Giftstoffe
  • Stoffwechselerkrankungen
    • Insulinresistenz
      • Metabolisches Syndrom des Pferdes
      • Cushing Syndrom des Pferdes
  • Mechanische Auslöser
    • Belastungsrehe

Die wichtigsten Auslöser für Hufrehe sind Stoffwechselerkrankungen und akute „Vergiftungen“. Mit dem Wort “Vergiftungen” muss man in diesem Zusammenhang etwas vorsichtig umgehen, da es keine Vergiftungen sind, wie man sie sich landläufig vorstellt. Die Vergiftung beruht auf dem Übertritt von bakteriellen Bestandteilen in den Körperkreislauf, was in diesem eine Kaskade von schädlichen Reaktionen hervorruft, die in der Zerstörung des Hufbeinträgers und der Hufrehe enden kann.

Entgegen der weit verbreiteten herkömmlichen Vermutung spielt Eiweiß bei Hufrehe keine Rolle. “Eiweißvergiftung” ist kein klassischer Auslöser für Hufrehe. Inzwischen weiß man, dass nicht das Eiweiß, sondern bestimmte Kohlenhydrate (Zucker, Stärke und Fruktan) im Futter der Pferde die Auslöser für Hufrehe sind. Wenn ein Pferd auf der Weide oder nach dem Plündern des Futterwagens eine akute Hufrehe bekommt, ist nicht das Eiweiß, sondern sind die aufgenommenen Kohlehydrate daran schuld.

Bei den akuten “Vergiftungen” kommt es meist zum dramatisch ablaufenden akuten, hochgradigen Reheschub. Hier spielt sich die Hufrehe ab, wie man sie sich üblicher Weise vorstellt und die in aller Regel mit einer Hufbeinrotation endet.

Bei den Stoffwechselerkrankungen stehen Erkrankungen, die mit einer Insulinresistenz einhergehen, im Vordergrund. Bei einer Insulinresistenz reagiert der Körper auf Insulin nicht mehr normal und der Zuckerstoffwechsel des Körpers entgleist. Dabei bleibt der Blutzuckerspiegel permanent zu hoch, was für den Körper und besonders die Gefäße sehr schädlich ist. Über komplizierte noch nicht vollständig erforschte Mechanismen kommt es zur Schädigung des Hufbeinträgers.

Es gibt beim Pferd zwei Gründe für Insulinresistenz.

  1. Metabolisches Syndrom des Pferdes (EMS)
  2. Cushing Syndrom des Pferdes (ECS)


Metabolisches Syndrom des Pferdes - EMS

Beim Metabolischen Syndrom des Pferdes bzw. dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) handelt es sich um eine Erkrankung des Energie bzw. Zucker-Stoffwechsels mit Insulinresistenz. Die erkrankten Pferde sind ausnahmslos übermäßig fett. Das im Zentrum der Erkrankung stehende „Organ“ ist spezielles Fettgewebe. Dieses Fettgewebe ist entgegen bisheriger Vorstellung kein passives Speichergewebe sondern eine sehr aktive Hormondrüse. Die vom Fettgewebe produzierten Botenstoffe bzw. Hormone sind verantwortlich für die schleichende Schädigung des Hufbeinträgers, was zur Hufrehe führt.

Mangelnde Bewegung und Überernährung sind die Hauptgründe für die Ausbildung krankhafter Fettdepots und die Entstehung des EMS.


Pferd mit hochgradiger Verfettung und EMS

EMS ist in seinen Anfangsstadien nicht (oder nur schwer) erkennbar. Auch die Hufrehe, die durch EMS hervorgerufen wird, verläuft meist chronisch schleichend und unauffällig. Viele der Pferde zeigen eher eine Hufbeinsenkung als eine Hufbeinrotation. Der akute Schub mit erheblicher Lahmheit und typischen Rehesymptomen bleibt zu Beginn der Erkrankung erst einmal aus. Für den Pferdebesitzer kommt die Hufrehe dann oft ohne ersichtlichen Grund aus heiterem Himmel.

Wenn EMS beim Pferd besteht, entwickelt sich ein Teufelskreislauf, der kaum noch zu durchbrechen ist. Die Krankheit erhält sich selbst.


Teufelskreis bei Stoffwechselkrankheiten mit Insulinresistenz

Nur ausreichende Bewegung bei angepasster Fütterung kann den Teufelskreis stoppen. Wegen der Hufrehe ist dies aber bei den meisten Pferden nicht möglich, weshalb die Prognose für diese Pferde langfristig sehr schlecht ist.


Cushing Syndrom des Pferdes - ECS

Unter dem Cushing Syndrom des Pferdes bzw. dem Equinen Cushing Syndrom (ECS) versteht man eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse, die mit bestimmten Hormonstörungen einhergeht. Die Ursache von ECS ist im Gegensatz zum Cushing des Menschen kein Tumor der Hirnanhangsdrüse, sondern eine altersbedingte Fehlfunktion. Der körpereigene Kortisonspiegel ist beim Pferd nicht unbedingt erhöht, er kann es aber sein. Eine Fehlfunktion der Hirnanhangdrüse entwickelt sich bei sehr vielen Pferden ab einem Alter von etwa 18 Jahren. Die Auswirkungen sind aber nicht bei allen Pferden offensichtlich zu erkennen.

Die häufigsten Symptome von Cushing beim Pferd sind:

  • Langes „Winterfell“ auch im Sommer
  • Leichtes Schwitzen
  • Leistungsintoleranz – Lethargie
  • Schlechte Bemuskelung
  • Unfruchtbarkeit
  • Schlechte Wundheilung
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Hohe Wasseraufnahme und Harnproduktion
  • Hufrehe – häufige Hufgeschwüre
  • Insulinresistenz
  • Fettverteilung wie bei EMS

Diese Symptome sind lediglich möglich, sie müssen aber nicht auftreten. Viele Pferde mit ECS sind eher mager, können aber trotzdem die krankhaften Fettdepots haben.

Die Entstehung von ECS wird durch einer langjährigen Verfettung der Pferde begünstigt oder kann sich als Anschlusserkrankung an EMS entwickeln.

Auf Grund der Verfettung und der abnormen Fettpolter sehen beide Krankheiten äußerlich bei manchen Pferden ähnlich aus.

EMS - Metabolisches Syndrom

  • Zivilisationserkrankung
  • Überfütterung
  • Auch in jungen Jahren
  • Normales Haarkleid

ECS - Cushing

  • Alterserkrankung
  • Verfettung ohne Überfütterung
  • Meist nur bei alten Pferden
  • Dauerhaftes „Winterfell"

Typisches älteres Pferd mit langem Fell und schlechter Bemuskelung.

Das Metabolische Syndrom des Pferdes (EMS) tritt meist im Alter von 8 bis etwa 18 Jahren auf, das Cushing Syndrom des Pferdes (ECS) erst danach ab etwa 18 Jahren.

Bei beiden Erkrankungen kann man die Anfänge tückischer weise nicht oder nur sehr schwer erkennen. Der Beginn beider Erkrankungen ist schleichend und äußerlich nicht erkennbar.

Da die Problematik der Insulinresistenz vorliegt, ist verständlich, dass Pferde mit ECS ebenfalls zu Hufrehe neigen. Die Zusammenhänge sind genauso, wie beim EMS beschrieben.

Pferde mit EMS oder ECS sind gegenüber den klassischen Hufreheauslösern wesentlich anfälliger als gesunde Pferde. Ein ganz normaler Futterwechsel, “gestresstes” Gras mit hohem Fruktangehalt an frostigen Tagen oder auch nur die Aufnahme von größeren Mengen normalen Grases führt sofort zur Verschlimmerung der Hufrehe oder einem akuten Schub.


Fruktan

Fruktan ist ein Kohlenhydrat im Weidegras oder Heu. Da Fruktan für das Pferd schlecht verdaulich ist, kann es zu erheblichen Störungen der Bakterienflora im Darm führen. Diese Störung der Bakterienflora verursacht wiederum Vergiftungserscheinungen, die in der Hufrehe enden können.

Die Konzentration von Fruktan im Gras ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Abgesehen von den unterschiedlichen Grassorten spielt die Witterung die größte Rolle.

Nicht nur der Fruktangehalt, sondern die absolut aufgenommene Menge an Gras mit allgemein hohem Energiegehalt, kann eine Rehe auslösen. Das ist in der Auswirkung ähnlich, als wenn ein Pferd unkontrolliert den Futterwagen plündert! Da das Gras nicht immer gleich gefährlich ist, kann man durch entsprechendes Management die gefährdeten Pferde vor den kritischeren Zeitabschnitten und Weidebedingungen zu schützen versuchen. Die Rehegefahr durch Fruktan besteht generell über das ganze Jahr hinweg, schwankt aber entsprechend der Witterung und Tageszeit.

Anhaltspunkte

  • Generell muss man bei Pferden mit Vorerkrankungen (EMS, ECS, Hufrehe) besonders vorsichtig sein
  • Man sollte jeglichen drastischen Futterwechsel vermeiden.
  • Wann immer Gras gestresst ist, ist erhöhte Vorsicht geboten oder besteht Weideverbot
    • Bei starken kurzfristigen Klimaschwankungen mit Auswirkung auf das Gras (besonders im Frühjahr und Herbst) steigt die Gefahr erheblich
    • Bei Tagen nach Nachtfrost oder Temperaturen knapp über Gefrierpunkt (bis 5°) wird das Gras gefährlich
    • Am Nachmittag und Abend an einem kalten, trockenen sehr sonnigen Tag kann es kritisch werden
    • Auf überweideten oder frisch abgemähten Weiden ist das Gras ebenfalls gestresst
    • Trockenheit oder mangelnde Düngung sind Stressoren für Gras

· Gras, das zu blühen beginnt, ist zwar eine Delikatesse aber gefährlich und sollte bei gefährdeten Pferden gemieden werden

  • Prinzipiell sollte man gefährdete Pferde (wenn alle anderen Faktoren berücksichtigt sind!) eher zu Tageszeiten auf die Weide schicken
    • zu denen die Photosynthese reduziert ist (bei Dunkelheit/Bewölkt) und
    • das Pflanzenwachstum begünstigt ist (Wärme und Feuchtigkeit hoch).
  • Bei entsprechenden Witterungsbedingungen kann es somit sinnvoll sein die Pferde spät nachts oder sehr früh am Morgen auf die Weide zu schicken und am Vormittag, wenn die Sonneneinstrahlung zunimmt, von der Koppel zu holen.
Eine ausführlichere Beschreibung der Problematik die mit den Fruktanen einher geht finden Sie in EquiVetInfo im entsprechenden Bereich


Schon mal in´s Gelenk geschaut?

Das Video zeigt eine Arthroskopie des Sprunggelenkes wobei ein Gelenkschip entfernt wird.


video

Hier der Ausschnitt des Röntgenbildes dazu.






Mehr zu sehen gibts unter http://www.equivetinfo.de/html/arthroskopie_gelenkschaden.html

Rollkur - Hyperflexion

Nachdem sich die Deutsche Richtervereinigung und damit die FN schon länger gegen Rollkur bzw. Hyperflexion als akzeptable Reit- und Trainingsmethode ausgesprochen hat, gibt es seit April 2008 auch ein entsprechendes Statement der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI).

Der Wortlaut der Pressemitteilung lautet:

„Das Veterinär-Komitee hat festgestellt, dass zwar keine klinisch nachweisbaren Nebeneffekte mit der Hyperflexion in Verbindung gebracht werden können, es aber ernsthafte Bedenken betreffs des Wohlbefindens des Pferdes bestehen, wenn diese „Technik“ nicht korrekt angewendet wird. Die FEI verurteilt Hyperflexion in jeder reitsportlichen Disziplin als ein Beispiel von mentalem Missbrauch. Die FEI betont, dass sie diese Trainingsmethode nicht unterstützt.“


Auch wenn in dem Statement immer noch darauf verwiesen wird, dass es keinen Nachweis für Schäden auf Grund dieser Reitweise gibt, melde ich aus meiner klinischen Erfahrung hier Zweifel an. Nicht ohne Grund wird die nicht unbedeutende Einschränkung gemacht, dass Schäden vermutlich nur dann nicht eintreten, wenn die Technik korrekt angewandt wird. Aber gerade da liegt ein großes Problem.

Bewegungsphysiologisch muss man die Hyperflexion der Halswirbelsäule (Rollkur) meines Erachtens so einordnen wie extreme Bewegungen oder Verrenkungen von Artisten. Man geht an die Grenzen der natürlichen Beweglichkeit der Gelenke. Die Anatomie erlaubt grundsätlich solche an die Grenzen gehenden Bewegungen - aber gesund ist das nur, wenn man sehr vorsichtig darauf hin trainiert. Mit Gewalt geht es schon gleich gar nicht, wenn man Schäden verhindern will.

Sehe ich mir die Fälle von Rittigkeitsproblemen an, die mir zur medizinischen Úntersuchung vorgestellt werden, stelle ich fest dass es eine zunehmende Zahl an Patienten gibt, die Probleme im "Genick" bzw. im Bereich des Ansatzes des Nackenbandes am Schädel und der Muskulatur in dieser Region haben. Waren es früher meist nur "Rückenprobleme" so sind es jetzt fast genauso viele "Genickprobleme". Lasse ich mir diese Pferde dann vorreiten, gehen diese fast ausnahmslos deutlich hinter der Senkrechten. Ab einem gewissen Stadium stellen sich die Pfrede dann "freiwillig" in diese Haltung, weil es dann offensichtlich weniger schmerzt. Nur sehr geschickte Reiter sind in der Lage diese Pferde dann in korrekter Haltung zu reiten.

Bezüglich röntgenologischer Veränderungen im Ursprungsbereich des Nackenbandes muss man vorsichtig sein, denn diese können auch ganz natürlich auftreten ohne Probleme zu bereiten. Die Veränderungen, die aber auf Grund falscher Haltung und falscher Reitweise entstehen sind ein therapeutisches Problem.



Anatomie der Genickregion: 1 Hinterhauptbein, 2 erster Halswirbel, 3 zweiter Halswirbel, 4 Nackenband



Das Röntgenbild zeigt eine typische Knochenwucherung am Hinterhauptbein in der Region in der das Nackenband ansetzt

Was von den allermeisten Reitern unterschätzt wird, sind die Kräfte, die man mit dem Zügel am Genick ausüben kann. Da das Gebiss ja nicht an den Ohren befestigt ist, sondern im Maul liegt, bekommt der Reiter einen gewaltigen Hebel in die Hand. Durch die Hebelwirkung können mit der reiterlichen Hand am Hinterhauptbein Kräfte um die 1000Kg erzeugt werden.


Hebelwirkung des Zügels am Genick

Voraussetzung für eine korrekte Anlehnung ist Losgelassenheit. Eine Zwangshaltung verträgt sich nicht mit Losgelassenheit und damit auch nicht mit Anlehnung. Hyperflexion bedeutet eine ÜBERdehnung der Halswirbelgelenke und verursacht eine ÜBERspannung des Rückens, was so manche Aktionen der Pferde erklärt. Es entsteht eine Vielzahl negativer Auswirkungen, wenn das Pferd seinen Hals nicht als Balancierstange verwenden darf. Da die Skala der Ausbildung schrittweise auf den jeweiligen niedrigeren Stufen aufbaut, kann es ohne Losgelassenheit und Anlehnung auch keinen wirklichen Schwung und keine korrekte Versammlung geben. Außerdem kommt die Hyperflexion einem Polizeigriff gleich, gegen den sich das Pferd kaum wehren kann. Zu guter letzt ist es auch nicht gerade ästhetisch.

Gerd Heuschmann´s Buch, Finger in der Wunde in dem dieses Thema nicht zu kurz kommt, ist übrigens in den USA ein Renner geworden. Dort ist das Buch unter dem Titel: Tug of War: Classical Versus "Modern" Dressage: Why Classical Training Works and How Incorrect Riding Negatively Affects Horses' Health erschienen und derzeit Nr1 bei den Reitbüchern.

Das Videos in YouTube, das nicht von mir stammt, zeigt recht schön die Problematik von Hyperflexion oder Rollkur.



In sofern ist die Haltung der FEI Hyperflexion der Halswirbelsäule als inakzeptabel zu verurteilen aus tierärztlicher Sicht zu begrüßen.